Kontakt
Christian Hübscher
Home > Uni > Papers > Projektseminararbeit

Projektseminararbeit: Vergleich verschiedener computergestützter Item-Präsentationsarten von Ratingskalen

Hübscher, C. und Wegmüller, M. (1999). Vergleich verschiedener computergestützter Item-Präsentationsarten von Ratingskalen. Unveröff. Projektseminararbeit, Universität Zürich, Psychologisches Institut, Abt. Angewandte Psychologie, Fachrichtung Psychologische Methodenlehre.
Available: http://www.chuebscher.ch/papers/projektseminararbeit.html

PDFPDF File (23 Seiten, 648 KB)

Zusammenfassung

Computer werden in der psychologischen Diagnostik unter anderem immer häufiger dazu eingesetzt, den Probanden Items am Bildschirm zu präsentieren. Hier kommt der Benutzeroberfläche eine besondere Bedeutung zu. Test-Items mit Ratingskala können an Computern graphisch, z.B. mit den Bedienelementen Radio Buttons, Slider oder Pop-up Menu umgesetzt werden.

Diese Untersuchung soll zeigen, welche Unterschiede zwischen diesen drei Präsentationsarten bestehen. Es wird geprüft, ob es Unterschiede in der Bearbeitungszeit gibt, ob sich die Antworttendenzen je nach Präsentationsart unterscheiden und welche Art der Item-Präsentation von den Probanden bevorzugt wird.

Eine Computerumsetzung des «Fragebogens zur Evaluation von Lehrveranstaltungen» wurde von 51 Psychologiestudierenden ausgefüllt. Die 21 Fragen dieses Fragebogens wurden in drei Gruppen aufgeteilt jeweils verschieden dargestellt und die einzelnen Fragen dann in zufälliger Reihenfolge präsentiert. So wurden die Bearbeitungszeiten und die Streuungen der Antworten in den einzelnen Präsentationsarten erhoben. Mit einem strukturierten Interview wurde anschliessend der subjektive Eindruck der Probanden zu den drei Item-Präsentationsarten erfragt.

Nach den Streuungen der Antworten zu urteilen, kann davon ausgegangen werden, dass die Antworttendenzen nicht von der Präsentationsart beeinflusst sind.

Die Ergebnisse zeigen, dass Fragen, die mit Radio Buttons dargestellt sind, eine kürzere Bearbeitungszeit haben. Diese Präsentationsart wurde von ca. zwei Dritteln der Probanden als angenehmste in der Bedienung genannt und würde auch von einem Grossteil der Befragten vorzugsweise in einem Fragebogen eingesetzt werden. Die längsten Bearbeitungszeiten weist das Pop-up Menu auf, das auch als am unangenehmsten zu bedienen empfunden wurde. Diese Präsentationsart würde auch von den wenigsten selber in einer Untersuchung eingesetzt werden.

Den Slider empfand nur noch rund ein Viertel der Probanden als am angenehmsten zu bedienen und auch etwa ein Viertel der Probanden würde ihn vorzugsweise in einem Fragebogen einsetzen.

Bei der Frage, welche Präsentationsart es leichter mache eine Antwort zu finden, wurden die Radio Buttons und die Slider etwa gleich häufig genannt. Die Begründungen scheinen jedoch genau entgegengesetzt. So wurde beim Slider die uneingeschränkten Antwortmöglichkeiten und bei den Radio Buttons die Beschränkung auf fünf Ausprägungen geschätzt. Das Pop-up Menu wurde hier nur noch von etwa einem Achtel der Probanden genannt, wobei hier als Gründe neben den klaren Vorgaben von einigen auch die schriftliche Formulierung der Ausprägungen genannt wurde.



Andere Arbeiten: